Das Unentdeckte liegt manchmal ganz nah: türkischer Wein. Hinter Spanien, Italien und Frankreich besitzt das Land die viertgrößte Anbaufläche weltweit – allerdings inklusive Tafeltrauben. Aus dem Hinterland von Istanbul, der Region Thrakien-Marmara, stammt ein Drittel der türkischen Weinproduktion, ein weiteres von der Ägäisküste. Am Schwarzem Meer und in Anatolien wachsen ebenfalls Trauben. Weiterlesen »
Nur einen Moment lang schaue ich auf die “Weinaktion aus Italien”, die sich am Eingang des Schokoladenladens türmt. Zu lang. “Möchten Sie probieren?”, steht die junge, hoch motivierte Angestellte neben mir und entscheidet gleich selbst. “Den müssen Sie probieren!” Ich darf wählen zwischen Pinot Grigio, Rotwein und lieblichem Rosé. “Aus Italien, ganz toller Wein”, verkündet die Schokoverkäuferin und findet auf dem Rückenetikett weitere Informationen, die sie sofort an mich weiterreicht: “Aus Umbrien kommt der. Wunderbarer Sommerwein.” Schokohasi eilt ins Innere des Geschäfts: “Chef, hier möchte jemand den Weißwein probieren.” Der erklärt seinem Team noch fix, dass “der Weiße kalt getrunken werden muss” und reicht mir das gut gefüllte Glas. Normalerweise koste dieser Wein “weit über 5 Euro”. Weil er eine ganze Palette gekauft hat, wird es für mich mit 3,90 Euro aber viel günstiger, sagt der Chef. “Ach, und stören Sie sich bitte nicht am Schraubverschluss. Das macht man heutzutage auch bei guten Weinen so. Wissen Sie, es gibt einfach keine guten Korken mehr.”
Der Pinot Grigio schmeckt seiner Preisklasse entsprechend gut – soweit ich das beurteilen kann bei einem Wein mit einer Temperatur nahe dem Gefrierpunkt. Nach einem Probeschluck stelle ich mein Glas ab und betrachte die Pralinenauswahl, weshalb ich ursprünglich ins Geschäft gekommen bin. Doch der Palettenmann und seine Mannschaft sind wachsam: “Wo ist denn die Dame mit dem Wein?”, rufen die beiden Verkäuferinnen und suchen mich zwischen den Regalen. Ich bin umstellt. “Hat er Ihnen nicht geschmeckt?”, fragt die Ältere und hält mir den Rest Pinot Grigio ins Gesicht. “Da ist ja noch was drin. Soll ich das etwa wegschütten?”
Gerade zur ProWein vorgestellt: Das Video von Wines of South Africa zur Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Wirklich schön. Auch für Fußball-Verweigerer.
Kaum zu glauben, der Frühling kommt tatsächlich und mit ihm die neue Kollektion von Frédéric Cassel. Das nenne ich Mut zur Farbe!
Zitrone, Himbeere, Pistazie und Rose – keine Frage, in dieser Saison schmeicheln uns die schrillsten Töne. Für die luftigen Mandelbaisers des französischen Pâtissiers sollen die Pariser ja sogar Schlange stehen. Jetzt gibt es die bunten Kekse auch im Gourmettempel Galeries Lafayette. Die winterlichen Macaron-Kreationen aus Vanille, Karamell und Nuss kleben noch auf den Hüften? Na und, amTag der Macarons ist alles erlaubt.
Madeira ist ein verwunschener Garten. Hortensien-Hecken und Lilien säumen die Straßenränder. Zypressen, Palmen und Jacarandabäume verbreiten exotisches Flair. Doch kaum eine Blume stammt wirklich von hier.
Ein botanischer Garten muss sein. Einer. Aber welcher, es gibt drei! Will ich im Jardim botanico alle auf Madeira vorkommenden Pflanzen bewundern? Oder lieber im Palheiro Garden flanieren, diesem Mix aus englischer und französischer Gartenkultur? Ich entscheide mich für den Palace Tropical Garden in Monte. Den mit den hübschen Azulejos und dem traumhaften Blick hinunter in die Bucht von Funchal. Von dort kann man ganz stilvoll mit der Seilbahn einschweben – etwa zehn Minuten gondelt man ins 400 Meter hoch gelegene Monte.
Blumen, Farne und Bäume aus der ganzen Welt haben hier ein neues Zuhause gefunden. Die Strelitzie gilt als Königin unter Madeiras Blumen. Wie eine Krone trägt sie ihre orangefarbene Blüte. Dabei findet man die schrille Hohheit eher in der Nebenrolle – zwischen den Reben oder als Spalier in der Einfahrt. Aus ihrer Heimat Südafrika brachte sie gleich den ganzen Hofstaat mit: Protea, Aloe und Kalla.
Als der portugiesische Kapitän Zarco auf der “Holzinsel” einst anlegte, wucherten nur Bäume. Und der wilde Fenchel, nach dem die Mannschaft ihre erste Siedlung nannten: Funchal.
Als Weintexterin und Journalistin schreibe ich für Winzer, Weinhändler und alle, die guten Geschmack anbieten. Gern auch für Sie. Kontakt: E-Mail Twitter Xing
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