Der Anteil der Engel
23. September 2009 / Kommentare deaktiviert
Die Engel blieben unsichtbar. Was sonst Rang und Namen hat in Cognac, gab sich ein Stelldichein am letzten Donnerstag. Stilvoll schipperten rund 500 Gäste mit dem Boot über die Charente zum eleganten Festzelt auf der Wiese von Bourg-Charente. Einmal im Jahr veranstaltet das Bureau National Interprofessionnel du Cognac (BNIC) ein Gala-Dinner und versteigert alte und seltene Cognacs – den Part des Anges zugunsten einer kulturellen Organisation. Engelsanteil,
so nennt man den natürlichen Schwund des Cognacs durch die Verdunstung während der Fassreife. 
Für die diesjährige Auktion spendeten die Cognac-Häuser Raritäten aus ihren Schatzkammern, teils in edlen Holzkisten oder extravaganten Kristallkaraffen. Eine Stunde lang fiel der Hammer im Minutentakt: 23 Flakons sowie die für diesen Anlass geschaffene Skulptur „Die Fee des Paradieses“ wechselten den Besitzer. Ein wahres Bieterrennen erlebte Delamain, dessen Cognac Grande Champagne mit 3.500 Euro deutlich über dem geschätzten Wert von 400 Euro versteigert wurde. Zur teuersten Flasche des Abends avancierte L’Or de Jean Martell Edition Exklusive n° 44/100. Die Assemblage von mehr als hundert Eaux-de-vie, manche von ihnen über 100 Jahre alt, brachte 5.500 Euro ein. Der gesamte Erlös in Höhe von 49.800 Euro kommt dem Museum von Schloss Chantilly zugute. Für BNIC-Präsident Bernard Guionnet und Marketingdirektor Jérôme Durand ist dieser Abend ein Beweis, „dass Cognac Symbol der Lebenskunst à la française und damit Teil des Welt-Kulturerbes ist“. Sogar die Engel sind zufrieden. Ihren Anteil bekamen sie auch an diesem Abend.
