Mrz 08 2010
Madeira Mosaik: Ganz schön spießig
Rindfleisch auf einen Lorbeerast stecken und ab auf die Glut damit. Dazu das typische Fladenbrot Bolo de caco mit Knoblauch bestreichen – fertig ist das Grillvergnügen auf Madeira.

Gegen diese Spieße erscheinen unsere Schaschliks wie Fleischfasern auf einem Zahnstocher. Espetada heißt das Riesenteil auf Madeira. Das sind Rindfleischstücke so groß wie eine Faust, aufgespießt auf einen Ast vom Lorbeerbaum. Unter 1,50 m geht gar nichts. Und: Grillen ist, auch hier, eine ernste Angelegenheit unter Männern. Das rohe Fleisch wird gesalzen und mit Knoblauch eingerieben. Fertig. Durch das langsame Garen über dem Holzkohlgrill zieht das Lorbeeraroma ins Fleisch – einfach lecker. Dazu schmeckt am besten ein Bolo de caco, das typische Fladenbrot. Mit Knoblauchbutter natürlich. Die Madirenser sind so verrückt nach Espetada, dass inzwischen die Lorbeerwälder unter Naturschutz stehen. Manch einer fädelt das Fleisch deshalb auf Metallspieße und schmeisst ein paar Lorbeerblätter in die Glut fürs Aroma. Im Restaurant hängen die Espetadas direkt am Tisch an einem Gestell und jeder zieht sich seine Brocken herunter. Für “Fleischfresser” ist das ein pures Vergnügen. Einzige Nebenwirkung bei diesem Grillfest verursacht der Knoblauch: drei Tage Mundgeruch wie ein Mammut.
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