Mrz 05 2010

Madeira Mosaik: schwarz gefischt

Abgelegt 11:24 unter reisefreudig

Espada gehört dazu. Überall auf Madeira. Seit Jahrhunderten leben die Fischer in Camara do Lobos vom Degenfischfang. Nur in der Nacht fangen sie den Tiefseeräuber – mit kilometerlangen Leinen und neuerdings mit GPS. Sein saftiges weißes Fleisch schmeckt köstlich mit Banane und Maracuja.

Madeiras Tiefseeräuber: Espada, der schwarze DegenfischEin schwarzes Monster bin ich, sagen die Menschen. Dabei sind sie es, die mich dazu machen. Von Natur aus habe ich ein goldbraunes Schuppenkleid. Bin schlank wie ein Aal und fast 150 cm lang. Meine großen Augen funkeln wie die einer Katze. Ich lebe in der Dunkelheit, ganz unten im Meer. Aber die kleinen Fische so tausend Meter unter der Oberfläche habe ich zum Fressen gern. Nachts steige ich langsam auf, um mir diese Leckerbissen zu holen. Genau das wird mir zum Verhängnis. Dort lauern sie, die Fischer mit ihren Leinen, an denen diese tückischen Haken befestigt sind. Seit Jahrhunderten sind sie hinter mir und meinen Artgenossen her. Doch seit sie uns mit ihren modernen GPS-Kuttern jagen, ist es ein ungleiches Spiel. Übrigens: Schwarz werden wir Degenfische nicht, weil wir uns ärgern, dass wir schon wieder angebissen haben. Als Tiefseefische verkraften wir den plötzlichen Druckabfall nicht und verlieren unseren schillernden Kupferton – wir färben uns schwarz. Unser Fleisch bleibt weiß und zart. Gedämpft in Bananenblättern, serviert man unsere Filets mit gerösteter Banane und Maracujasauce. Ja, wir sind schon etwas ganz Besonderes.

Madeira Mosaik
Teil 1: Ankunft an der Fenchelbucht


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