Madeira Mosaik: Wein aus dem Backofen
16. März 2010 / 1 Comment »Churchill liebte ihn. Napoleon ankerte auf dem Weg ins Exil in Funchal, um ein Fass an Bord zu nehmen. Bis heute sind vor allem die Briten dem gespriteten Madeira-Wein verfallen. Sein Aroma verdankt er dem Estufagem – dem “Ofenverfahren”.

Traditionell werden die Weine gekeltert aus den Rebsorten Malvasia/Malmsey, Bual, Verdelho, Sercial und etwas Terrantez – für die besten und teuersten Madeiras. Außerdem gibt es noch Tinta Negra.
In den Weinbergen im kühleren Norden gedeihen Reben, aus denen überwiegend trockene und halbtrockene Sorten erzeugt werden. An der Südküste dagegen wachsen hauptsächlich Trauben für die süßen Madeiras.
Der spezielle Geschmack entsteht durch Canteiro, eine traditionelle Methode. Auf dicken Holzbalken ruht der Wein auf dem heißen Dachboden und entlockt dem Wein seine Karamellnote. Mit dem Estufagem-Verfahren beschleunigt man heute (vor allem bei den 3-jährigen) die Reifung. Fässer oder Tanks werden erhitzt auf 45° C und verleihen dem Wein nach etwa drei Monaten den typischen Madeira-Charakter. Rund 80 Prozent der Weine bei Blandy entstehen aus Tinta Negra und erhalten schillernde Namen wie zum Beispiel Duke of Sussex.
[...] kann ich auf Wunsch gern vermitteln. Persönliche Impressionen der Blumeninsel gibt es im Madeira-Mosaik auf weinworte.de. Tweet Ähnliche [...]