Mrz
17
2010
Madeira ist ein verwunschener Garten. Hortensien-Hecken und Lilien säumen die Straßenränder. Zypressen, Palmen und Jacarandabäume verbreiten exotisches Flair. Doch kaum eine Blume stammt wirklich von hier.

Ein botanischer Garten muss sein. Einer. Aber welcher, es gibt drei! Will ich im Jardim botanico alle auf Madeira vorkommenden Pflanzen bewundern? Oder lieber im Palheiro Garden flanieren, diesem Mix aus englischer und französischer Gartenkultur? Ich entscheide mich für den Palace Tropical Garden in Monte. Den mit den hübschen Azulejos und dem traumhaften Blick hinunter in die Bucht von Funchal. Von dort kann man ganz stilvoll mit der Seilbahn einschweben – etwa zehn Minuten gondelt man ins 400 Meter hoch gelegene Monte.
Blumen, Farne und Bäume aus der ganzen Welt haben hier ein neues Zuhause gefunden. Die Strelitzie gilt als Königin unter Madeiras Blumen. Wie eine Krone trägt sie ihre orangefarbene Blüte. Dabei findet man die schrille Hohheit eher in der Nebenrolle – zwischen den Reben oder als Spalier in der Einfahrt. Aus ihrer Heimat Südafrika brachte sie gleich den ganzen Hofstaat mit: Protea, Aloe und Kalla.
Als der portugiesische Kapitän Zarco auf der “Holzinsel” einst anlegte, wucherten nur Bäume. Und der wilde Fenchel, nach dem die Mannschaft ihre erste Siedlung nannten: Funchal.
Tags: Essen, Funchal, Madeira, Südafrika, Wein
Mrz
16
2010
Churchill liebte ihn. Napoleon ankerte auf dem Weg ins Exil in Funchal, um ein Fass an Bord zu nehmen. Bis heute sind vor allem die Briten dem gespriteten Madeira-Wein verfallen. Sein Aroma verdankt er dem Estufagem – dem “Ofenverfahren”.

Traditionell werden die Weine gekeltert aus den Rebsorten Malvasia/Malmsey, Bual, Verdelho, Sercial und etwas Terrantez – für die besten und teuersten Madeiras. Außerdem gibt es noch Tinta Negra.
In den Weinbergen im kühleren Norden gedeihen Reben, aus denen überwiegend trockene und halbtrockene Sorten erzeugt werden. An der Südküste dagegen wachsen hauptsächlich Trauben für die süßen Madeiras.
Der spezielle Geschmack entsteht durch Canteiro, eine traditionelle Methode. Auf dicken Holzbalken ruht der Wein auf dem heißen Dachboden und entlockt dem Wein seine Karamellnote. Mit dem Estufagem-Verfahren beschleunigt man heute (vor allem bei den 3-jährigen) die Reifung. Fässer oder Tanks werden erhitzt auf 45° C und verleihen dem Wein nach etwa drei Monaten den typischen Madeira-Charakter. Rund 80 Prozent der Weine bei Blandy entstehen aus Tinta Negra und erhalten schillernde Namen wie zum Beispiel Duke of Sussex.
Tags: Blandy's Old Wine Company, Funchal, Madeira, Wein
Mrz
03
2010
Rentnerparadies – na und? Ein Grund für Langeweile ist das noch lange nicht. Atemberaubende Bergpfade, romantische Gärten oder schroffe Steilküsten offenbaren Madeiras Reize. Müsste man Portugals Außenposten im Atlantik als Wein beschreiben, dann so: vielschichtig, komplex und farbintensiv. Eine Insel wechselt ihr Image.
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Tags: Funchal, Madeira, Madeira Wine Company, Portugal, Wein, Weinwerbetext, Wert
Feb
22
2010
Kriege oder Katastrophen flimmern beinahe jeden Tag über den Bildschirm. Doch sie sind weit weg. Weil es nicht unsere eigenen sind.
Wie schnell sich das ändern kann, wurde mir gestern klar. Unwetter auf Madeira, mindestens 40 Tote soll es geben. Die Bilder schockierten mich: Funchal gleicht einer Schlammwüste. Straßen, Brücken, Bäume – weggerissen durch die Wucht des Wassers. Straßen, in denen wir noch vor einer Woche Karneval feierten. Straßen, die wir in den letzten zwei Wochen täglich passierten. Ich vermag mir nicht vorzustellen, was einer fühlt, dem die Existenz unter den Füßen wegbricht. Von einem Moment auf den anderen.
Doch so plötzlich und gewaltig Weiterlesen »
Tags: Funchal, Madeira, Unwetter, Wein, Weinwandern