Aug
17
2010
Wenn Sie schon immer mal mit den Füßen Weintrauben stampfen wollten: Am 4. September 2010 startet die Weinlese auf der Quinta da Pinheira in Estreito de Câmara de Lobos. Der anschließende Festumzug mit Trauben treten rundet das einwöchige Madeira-Weinfest ab. Bereits ab 29.08.2010 gibt es zahlreiche Ausstellungen und Events, die über Madeira-Wein informieren. Da der Sommer hierzulande anscheinend nahtlos ins Schmuddelnovemberwetter übergeht, könnte man in Madeira gleich noch etwas Sonne tanken. Air Berlin fliegt ab Berlin für ca. 440 Euro nach Funchal; private Appartements kann ich auf Wunsch gern vermitteln. Persönliche Impressionen der Blumeninsel gibt es im Madeira-Mosaik auf weinworte.de.
Tags: Madeira, Wein
Mrz
17
2010
Madeira ist ein verwunschener Garten. Hortensien-Hecken und Lilien säumen die Straßenränder. Zypressen, Palmen und Jacarandabäume verbreiten exotisches Flair. Doch kaum eine Blume stammt wirklich von hier.

Ein botanischer Garten muss sein. Einer. Aber welcher, es gibt drei! Will ich im Jardim botanico alle auf Madeira vorkommenden Pflanzen bewundern? Oder lieber im Palheiro Garden flanieren, diesem Mix aus englischer und französischer Gartenkultur? Ich entscheide mich für den Palace Tropical Garden in Monte. Den mit den hübschen Azulejos und dem traumhaften Blick hinunter in die Bucht von Funchal. Von dort kann man ganz stilvoll mit der Seilbahn einschweben – etwa zehn Minuten gondelt man ins 400 Meter hoch gelegene Monte.
Blumen, Farne und Bäume aus der ganzen Welt haben hier ein neues Zuhause gefunden. Die Strelitzie gilt als Königin unter Madeiras Blumen. Wie eine Krone trägt sie ihre orangefarbene Blüte. Dabei findet man die schrille Hohheit eher in der Nebenrolle – zwischen den Reben oder als Spalier in der Einfahrt. Aus ihrer Heimat Südafrika brachte sie gleich den ganzen Hofstaat mit: Protea, Aloe und Kalla.
Als der portugiesische Kapitän Zarco auf der “Holzinsel” einst anlegte, wucherten nur Bäume. Und der wilde Fenchel, nach dem die Mannschaft ihre erste Siedlung nannten: Funchal.
Tags: Essen, Funchal, Madeira, Südafrika, Wein
Mrz
16
2010
Churchill liebte ihn. Napoleon ankerte auf dem Weg ins Exil in Funchal, um ein Fass an Bord zu nehmen. Bis heute sind vor allem die Briten dem gespriteten Madeira-Wein verfallen. Sein Aroma verdankt er dem Estufagem – dem “Ofenverfahren”.

Traditionell werden die Weine gekeltert aus den Rebsorten Malvasia/Malmsey, Bual, Verdelho, Sercial und etwas Terrantez – für die besten und teuersten Madeiras. Außerdem gibt es noch Tinta Negra.
In den Weinbergen im kühleren Norden gedeihen Reben, aus denen überwiegend trockene und halbtrockene Sorten erzeugt werden. An der Südküste dagegen wachsen hauptsächlich Trauben für die süßen Madeiras.
Der spezielle Geschmack entsteht durch Canteiro, eine traditionelle Methode. Auf dicken Holzbalken ruht der Wein auf dem heißen Dachboden und entlockt dem Wein seine Karamellnote. Mit dem Estufagem-Verfahren beschleunigt man heute (vor allem bei den 3-jährigen) die Reifung. Fässer oder Tanks werden erhitzt auf 45° C und verleihen dem Wein nach etwa drei Monaten den typischen Madeira-Charakter. Rund 80 Prozent der Weine bei Blandy entstehen aus Tinta Negra und erhalten schillernde Namen wie zum Beispiel Duke of Sussex.
Tags: Blandy's Old Wine Company, Funchal, Madeira, Wein
Mrz
15
2010
Die Hochebene Paúl da Serra, das Zentralmassiv mit drei Gipfeln über 1.800 m – Wanderschuhe gehören ins Madeira-Gepäck.
Pico Ruivo 1861 m, Madeiras höchsten Berg schaffen selbst Flachländler ohne Schnappatmung
Vom Parkplatz auf dem Hochplateau Arreiro schlängelt sich ein gepflasterter Wanderweg von 1592 m bis auf die Spitze. In rund 60 Minuten ist man heraufspaziert. Wer es zackiger mag: Vom Pico Arieiro über den Grat in fünf Stunden zum Pico Ruivo. Die Königstour von Madeira ist selbst für Prinzen mit guter Kondition machbar. Egal wie man hochkommt, die Insel liegt dem Gipfelstürmer zu Füßen – ein traumhafter 360-Grad-Blick. Langschläfer haben allerdings schlechte Karten. Pünktlich zwischen zehn und elf Uhr zieht der Berg die Wolkendecke über den Gipfel.
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Tags: Madeira, Pico Arieiro, Pico Ruivo, Wein, Weinwandern
Mrz
12
2010
Jetzt, wo das Tomatensafträtsel geknackt ist, wissen wir: In großer Höhe schmeckt es besser. Uns gelüstet es dort nach Dingen, um die wir auf Erden einen Bogen schlagen. Das erklärt einiges. Madeira ist genau genommen ein 4000 Meter hohes Vulkangebirge. Ich schätze mal, ich saß ganz oben, als mich der zuckersirupartige Malmsey von Blandy verführte. Ein kaffeebrauner Traum von Karamell und Trockenfrüchten … Ach was, ein schwerwiegender Kalorienangriff war das! Aufgetischt von Blandy’s Komplizen Bolo do mel. Diesen üppig-weihnachtlichen Honigkuchen sollte man wirklich nicht aus den Augen lassen.

Noch schärfer treibt es allerdings Poncha. So süß, so hinterhältig. What a punch …! Madeiras schlagkräftiger Racheengel lauert in jeder Bar: Zuckerrohrschnaps, Honig, Zitronensaft – mit dem “Pimmelchen” durcheinandergewirbelt. Das Ding bekam seinen Namen durch die phallische Form. Aber Achtung: Wer schwach wird, bereut das bitter. Die honigblonde Süße beschert nichts als einen Brummschädel. Doch der nächste Morgen ist bekanntlich weit …
Bisher im Madeira Mosaik:
Ankunft an der Fenchelbucht
Schwarz gefischt
Ganz schön spießig
Leben auf der Klippe
Tags: Blandy Malmsey, Bolo de Mel, Cocktail, Essen, Madeira, Poncha, reisefreudig, Wein